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Skikurs des Jahrgangs 8 in Hirschegg begeistert

Hirschegg 2018
28.02.2018

Dass Teilnehmer des Schulskikurses in Hirschegg so gefesselt von Natur, Wintersport, Hüttengemeinschaft etc. sind, hat das Skiteam in den nun zwei Jahrzehnten, in denen die Fahrt zum Programm der Bertha gehört, immer wieder erleben dürfen.

„Ich will noch hierbleiben“ - 'Großer Sport' im Kleinwalsertal

Skisport in der phänomenalen Natur des Kleinwalsertals ist schlicht ein geniales Erlebnis. Das belegt letztlich auch die Rekord-Teilnehmerzahl von 40 Wintersportlern zum 20-jährigen Jubiläum des Schulskikurses. Selten allerdings war die Fahrt unter zunächst so schlechten Bedingungen gestartet wie im Jubiläumsjahr, denn kurz vor der Fahrt ereilte den Leiter des Skiteams die Nachricht, dass unser langjähriger Skiverleiher plötzlich schwer erkrankt sei. Das bedeutete also, dass insbesondere die 25 Skianfänger erstmal kein Skimaterial zur Verfügung hatten. Da war der Wetterbericht, der neben Regen für den ersten Tag nur wenig Sonne und viel Kälte verhieß, beinahe eine Randnotiz.

Aber der Reihe nach! Wie schon so oft traf sich die Truppe der Wintersportler des Jahrgangs 8 nebst Eltern mit dem Skiteam am frühen Samstagmorgen (1.15 Uhr), um den Bus mit allen Dingen, die für Wintersport und das Leben auf 1400 Metern mitten im Skigebiet nötig sind, zu beladen. Dass es in diesem Jahr etwas zügiger ging als in einigen der Vorjahre, lag zum einen daran, dass man sich den Bus mit keiner anderen Gruppe teilen musste; zum anderen an einem Geniestreich der Cheflogistikerin. Diese hatte nämlich Kontakt zum Großhandel aufgenommen, der auch die im Kleinwalsertal ansässigen Beherbergungsbetriebe beliefert, und mit viel Akribie eine Lieferung ins Heuberghaus veranlasst. Gut für Eltern und Schüler, die also mitten in der Nacht verhältnismäßig wenig Kisten tragen mussten, zumal die größte Leistung schon darin bestand, auf dem durch den Temperatursturz dick zugefrorenen Parkplatz nicht die Balance zu verlieren. Oder war es für die Teilnehmer sogar schon die erste Übung, um auf die geforderte Balance auf den Skiern vorzubereiten?! Letztlich aber Abfahrt bei guter Stimmung um 1.45 Uhr unter strenger Aufsicht des staatlich geprüften Obernavigators und Busfahrerbeauftragten Herrn Gerhard.

Apropos Skier; da gab es doch dieses Problem! Wie wichtig Gemeinschaft und Zusammenhalt sind sollten die Skifahrer des Jahrgangs noch erleben. Die Einheimischen vor Ort demonstrierten, wie man gemeinsam Probleme löst. Freunde, Bekannte und ehemalige Arbeitskollegen des schwer erkrankten Verleihers hatten sich umgehend zusammengetan und das vorhandene Material präpariert, sodass die Skigruppe bereits wenige Minuten nach Ankunft in Hirschegg wie geplant mit dem nötigen Wintersportmaterial ausgestattet werden konnte. (An dieser Stelle daher der Dank an die Menschen, die unkompliziert eingesprungen waren, und die besten Wünsche an unseren 'Karl' für eine baldige Genesung.)

Auch auf den Wetterbericht war (leider) auch Verlass, denn der angekündigte Regen fiel wie angesagt vom Himmel. Daher nach 'Einzug' ins Heuberghaus erst mal Heißgetränke statt Skifahren. Als am späten Nachmittag der Regen nachließ, gab es dann einen Schneespaziergang zur Sonna-Alp. Der Hinweg war dabei dreimal so lang wie der Rückweg. Nein, das lag nicht an Gefälle oder Steigung! Das lag schlicht daran, dass einige Teilnehmer sich dem Aufforderungscharakter des Schnees nicht entziehen konnten. Da wurde mancher Schneeball geformt und der eine oder andere Hinterhalt geplant :-) Der Rückweg wäre wohl ähnlich verlaufen, wenn nicht der deutliche Hinweis des Teamleiters gekommen wäre, dass ab 18.00 Uhr bereits Pistenräumgeräte im Einsatz sind, die von den Einheimischen zwar liebevoll 'Pisten-Pudel' genannt werden, sich bei Kontakt aber extrem 'bissig' zeigen.

Von nun an sollten die Berthaner sich weder vom Wettergott noch anderen Widrigkeiten davon abhalten lassen, das Kleinwalsertal auf Skiern zu erobern. Während die Fortgeschrittenen bereits am ersten Tag in teils schon zügiger Fahrweise das Talskigebiet unsicher machten, galt es für die Anfänger, sich mit dem Material vertraut zu machen, zu erkennen, dass Schnee rutschig ist, die bunte Seite der Ski oben ist, Aufstehen anstrengender ist als Hinfallen, Liftfahren nur einfach aussieht, Skischuh-Schnallen außen getragen werden …

Trotz der Rekordteilnehmerzahl sollten sich diese Probleme durch das Skiteam aber lösen lassen. Da war es teils zwar erforderlich, dass Einzelne am berüchtigten 'Moosgletscher' nachsitzen mussten, um aus dem Fluchbogen den gewünschten Pflugbogen zu machen. Das alles konnte aber nicht verhindern, dass schon nach wenigen Übungseinheiten alle Teilnehmer in Ski-Gruppen die Skigebiete erkundeten.

Unterdessen an der Logistik-Front: Montagvormittag und der Abschnittsbevollmächtigte Vollmer räumt die von der Cheflogistikerin Karweger anberaumte eingetroffene Lieferung Lebensmittel ins Lager ein. Später Montagvormittag und der stellvertretende Abschnittsbevollmächtigte Brinkmann versucht erfolglos zum Kühlschrank im Lager vorzudringen. Trotz turnerischer und fast tänzerischer Einlagen sind die vom Abschnittsbevollmächtigten gebauten Hindernisse aus Bananenkisten, Paletten, Joghurt-Stapeln und Riesen-Avocados nicht ohne Gefahr für die Kreuzbänder zu überwinden. Hut ab; dagegen ist ein italienischer ‘Catenaccio‘ ein Kindergeburtstag.

Die Gruppe findet sich unterdessen im Heuberghaus immer besser zurecht. Manch Schüler hat anscheinend etwas Schwierigkeiten, im verwinkelten Haus sein Zimmer zu finden, denn anders lässt sich der gelegentliche Wildwechsel nach Bettruhe kaum erklären. Die Mülltrennung wird fast zur Perfektion getrieben, als der Dienstälteste des Skiteams einen Teebeutel klassisch seziert: der Beutel in den Biomüll, der Faden in den Restmüll, das Schild zum Papiermüll und die Spange zur Befestigung des Fadens am Schild in den Metallmüll. Das ist Recycling at its best!!!

Beim Skifahren unentwegt weitere Fortschritte. Alle Gruppen erobern den Ifen und das Walmendinger Horn. Der Gott des Wetters hat Kälte und Nebel für die tapferen Berthaner parat, aber diese kämpfen wie Gallier gegen die Römer und erobern Gipfel nach Gipfel, bezwingen blaue, rote und schwarze Pisten.

Im Lebensmittellager: das Chaos ist beseitigt und ein Kochduell jagt das nächste. Die Beauftragte für kulinarische Streitfragen Burgmer hat Honig ins Spiel gebracht, um im 'Sugar' vs. 'No Sugar' Blaming Approach Schlichtung zu bringen. Sie sieht auch unermüdlich zu, dass alle Teilnehmer genug Vitamine bekommen.

Neben der fast perfekten Sportpraxis mühen sich die Berthaner auch an der Theorie-Front. Pistenregeln werden gelernt und abgeprüft. Die dünne Luft in der Höhe scheint das Lernen bisweilen negativ zu beeinflussen, aber das dynamische Prüfungsduo 'motiviert' auch die Durchgefallenen immer wieder. In einigen Räumen prangen fortan sogar Plakate der Lieblingsregeln.

Auf den Pisten sind die Berthaner soweit, kaum noch zu stürzen oder zu fallen. Der Ausrutscher des stellvertretenden Abschnittsbevollmächtigten, der am letzten Tag auf dem Ski vermutlich eingeschlafen war, eine reine Randnotiz. Das Skiquiz wird gerockt, weil doch jeder weiß, wo die Iltisgrube ist, dass Joghurt mindestens 1400kcal hat, Fritz Dopfer einen Schwager aus Liechtenstein hat, drei Skifahrer schneller sind als einer, weil sie sich die Piste ja schließlich teilen, …

Und dann traurig aber war, ist schon Abschluss-Abend und die Skiwoche vorbei. 20-jähriges Jubiläum, Rekordteilnehmerzahl, Probleme gelöst, dem Wetter getrotzt und so viel Spaß gehabt, dass man sagt: „Ich will noch bleiben!“

Genau das war Hirschegg 2018!! Super war's!! Schade, dass eine tolle Woche so schnell vorbei ist, aber die Erlebnisse bleiben. Und für die kommenden 8er der dringende Rat: „Anmelden!!! Stay tuned, we will be in touch!“

Skidilidu und Skidillidu Euer Skiteam

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